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Timbuktu

Die oeffentliche Waffenverbrennung in Timbuktu im Maerz 1996 markierte das Ende der Tuareg-Rebellion. Daran erinnert das Denkmal am Platz des Friedens (Bild 1). Seitdem hat Timbuktu einen Wandel erlebt, der sich in den letzten Jahren auffallend beschleunigt hat:

Die Erneuerung und Verlaengerung der Landebahn im Jahre 2001 (mit 2,6 km noch immer zu kurz fuer den internationalen Flugverkehr)  und die Inbetriebnahme des neuen Flughafengebaeudes (Bild 2) haben die Grundlage fuer einen regelmaessigen innermalischen Luftverkehr gelegt. Heute fliegen zwei Fluggesellschaften je zwei Mal die Woche Timbuktu an.

Beide malischen Mobilfunkgesellschaften sind seit einigen Jahren in Timbuktu vertreten und haben damit das „enclavement“ der Stadt durchbrochen. Man kann in der Stadt keinen Schritt mehr tun, ohne Mobiltelefone klingeln zu hoeren. Die Mobilfunkanlagen haben eine Reichweite von 30 km und verbinden deshalb die vielen umliegenden Doerfer mit der Stadt (im Westen bis Tin Telout), insbesondere Kabara, den frueheren Hafen, und Korioume, den heutigen Hafen, am Ufer des Niger.

Teile der Altstadt von Timbuktu zaehlen seit Ende der 1980er Jahre zum Weltkulturerbe (UNESCO). Eine „Mission Culturelle“ kuemmert sich um das kulturelle Erbe der Stadt. Die drei beruehmten Moscheen: Sankoreye im Norden (Bild 3), Sidi Yehia im Zentrum (Bild 4) und Djingeri Ber im Sueden (Bild 5) sind die wesentlichen Attraktionen des Fremdenverkehrs. Sie versinnbildlichen die historische und religioese Bedeutung der Stadt und erinnern sichtbar an die Zeit der marokkanischen Invasion und Herrschaft.

Nicht nur deutsche Touristen suchen in Timbuktu das Heinrich-Barth-Haus auf, in dem Heinrich Barth 1853/54 seinen unfreiwillig langen Aufenthalt von neun Monaten verbrachte, dem wir die Entstehung fast eines ganzen Bandes seiner Reisebeschreibung verdanken. Ein Raum des Hauses ist als kleines Museum hergerichtet (Bild 6).

Seit 2005 ist eine Abwasserbeseitigung im Entstehen, die das Bild der Stadt deutlich veraendert und nachhaltig verbessern soll (Bild 7).

Weit ueber die Grenzen Malis hinaus sind die Manuskriptsammlungen der Stadt bekannt. Die wichtigste befindet sich im Centre Ahmed Baba. Anlaesslich seines Besuchs in Timbuktu (im November 2001) engagierte sich der suedafrikanische Praesident Thabo Mbeki, in Sankoreye, auf dem historischen Gelaende frueherer Koranschulen, ein modernes Archiv fuer die Manuskriptsammlungen zu bauen. Eine Gruppe suedafrikanischer Investoren hat zudem die Absicht, im Westen der Stadt ein 5-Sterne-Hotel mit knapp 100 Zimmern zu bauen. Die beiden Hauptstrassen von Timbuktu sollen im Jahr 2006 asphaltiert werden. Bislang gibt es nur eine 13 km lange asphaltierte Strasse in der gesamten Region. Sie fuehrt vom Gouvernorat bis nach Korioume im Sueden.

Timbuktu hat unter anderem eine Staedtepartnerschaft mit Deutschland: zu DDR-Zeiten  mit Karl-Marx-Stadt, seit 2002 mit der gleichen Stadt, nur unter ihrem eigentlichen Namen: Chemnitz. Mittel dieser Partnerschaft kommen unter anderem fuer die Pflege des kleinen Parks auf dem zentralen Platz auf (Bild 8).

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