Die Stadt Goundam liegt am suedoestlichen Rand des Lac Tele und der Huegel, die den See im Osten begrenzen. Der grosse und bevoelkerungsreiche Kreis der Region von Timbuktu ist nach der Stadt Goundam benannt. Hier hatte die koloniale Verwaltung einst ihren Schwerpunkt. Von hier aus beherrschte sie den Westen von Timbuktu und hielt die Tuareg in Schach.
Der koloniale Verwaltungsbezirk von Goundam stellt ein eindrucksvolles geschlossenes Bauensemble dar. Von der Dachterrasse der Residenz des Kreiskommandanten aus ueberblickt man das gesamte Umland in alle vier Himmelsrichtungen. Die Gendarmerie der 6. Region hatte bis 1999 ihr Kommando in Goundam.
Seit den kolonialen Tagen hat die Stadt an Bedeutung verloren. Dafuer sind die beiden Sahelduerren und der seit den siebziger Jahren sinkende Wasserstand des Niger wie seiner Seitenarme verantwortlich. Sie haben die einstige Kornkammer (Lac Faguibine) in ein Armenhaus verwandelt.
Waehrend der Rebellion war die Stadt umlagert von den Mattensiedlungen der Bellah, die (in den Schutz der Streitkraefte) nach Goundam geflohen waren. Goundam war von der Rebellion (und ihren Folgen) stark gekennzeichnet. Die oeffentlichen Gebaeude der Stadt (Wasserversorgung, Schulen, Kreisverwaltung, Markt usw.) sind mit Mitteln der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) vor allem im Rahmen eines ueber die KfW finanzierten Programms von AGETIPE wieder aufgebaut worden.
In Goundam wohnen Songhoi (Mehrheit) und Tuareg (Minderheit) seit jeher zusammen und sind darin geuebt, sich Macht und Einfluss zu teilen.
Der Tessakante, Seitenarm des Niger und Zufluss des Seen-Systems des Lac Faguibine zieht an Goundams suedlicher Kante entlang. Goundam hat einen Binnenhafen, an dem waehrend drei oder vier Monaten des Jahres Pirogen verkehren.
Ueber den Fluss fuehrt die Balaphon-Bruecke, so genannt, weil die Holzbalken aehnlich wie bei dem Musikinstrument (dem afrikanischen Xylophon) locker aufliegen und ueberquerende Fahrzeuge schon von weitem ankuendigen.
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