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Die Songhoi bilden die Mehrheit der Bevoelkerung in den kleinen laendlichen Staedten (Niafunke, Dire, Goundam, Bintagoungou oder M'Bouna) und in den Dörfern, vor allem am Fluss. Sie sind die traditionellen Nutzer des Landes, und zwar unabhaengig davon, wer (nach traditionellem afrikanischen Recht oder nach kolonialer Konvention) ueber die Nutzung entscheiden kann. Die Songhoi sind im oeffentlichen Dienst und in der Armee ueberproportional vertreten, ihre Kinder haben den hoechsten Anteil an der Einschulung, ihre Sprache hat sich als "lingua franca" im Norden Malis durchgesetzt.- Bis vor drei oder vier Generationen warenauch die Songhoi sehr mobil (migrierten mit dem Wasserstand des Flusses) und lebten vornehmlich in Hangars aus verzierten Matten. Heute leben sie meist in Haeusern aus Lehm (Banco), je nach Standort und Einkommen moeglichst mit Ziegelsteinmauern befestigt.
Die Gesellschaft der Songhoi ist aehnlich stark hierarchisiert wie die der Tuareg. Da alle die gleiche Hautfarbe haben, sind die Unterschiede von aussen nur weniger leicht erkennbar als bei den Tuareg. Bei den Songhoi gibt es kaum (noch) traditionelle Fuehrer. Ihre Gesellschaft gliedert sich vielmehr in mehrkoepfige oertliche Eliten. Die feudale (gesamtgesellschaftliche) Solidaritaet (die Verantwortung der Reichen fuer die Armen) existiert nur noch in Ausnahmefaellen. Die Verbuergerlichung und Individualisierung der Gesellschaft ist schon weit vorangeschritten. Unter den Songhoi finden sich die meisten Unternehmer und kleineren Haendler. Timbuktu, Dire und Goundam sind die Hochburgen der Songhoi Gesellschaft im Projektgebiet.
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