|
Die Fulbe sind nomadische Rinderzuechter und Milchproduzenten. Man findet sie von Ost- bis Westafrika ueberall in der Sudanzone. Im Projektgebiet leben sie verstreut, selten in den Staedten, oft am Rande kleiner Doerfer (in Symbiose mit den sesshaften Bambara oder Songhoi) meist jedoch auf den gossen Weideflaechen: um Nampala, in und um Niafunke sowie bei Tonka und am Lac Tele. Ihre eigentlichen Zentren liegen ausserhalb des Projektgebietes, vor allem im Binnendelta des Niger und im Macina.
Mit ihren Herden ziehen sie ueber die Weiden und bilden in der Trockenzeit grosse Ansammlungen an den Ufern des Flusses und der Seen. Die meisten Fulbe-Doerfer erkennt man an den typischen Hangars mit den schwarz-beige gestreiften Matten. Es gibt aber auch befestigte Doerfer mit Lehmhäusern (z. B. Attara). Am Rande des Niger und seiner Seitenarme finden sich inzwischen zunehmend Fulbe-Doerfer, die in der Bewaesserungslandwirtschaft ein neues Auskommen suchen.
Im 19. Jahrhundert gab es in Mali zwei (islamische) Fulbe-Reiche, eines von Fulbe aus dem heutigen Senegal (Toucouleurs), die u. a. viele weitsichtige Regelungen zur Bodennutzung trafen. Das erklaert den grossen politischen Einfluss der Fulbe in Mali insgesamt. Im bisherigen Projektgebiet sind die Fulbe dagegen wenig praesent.
|
|