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In der Region von Timbuktu mit ihren grossen Ueberschwemmungsflaechen, fruchtbaren Seen und Maren teilen alle Ethnien (im Gegensatz etwa zur Region Gao) das gleiche Terrain: Tuareg, Songhoi, Bellah, Fulbe, Bozos und Mauren, um nur die wichtigsten zu nennen. Nach Sueden grenzen sie alle an das Gebiet der Bambara an. In der Region Timbuktu gibt es einen hohen Grad an interethnischer Vermischung (man spricht oft von 40 %). Im Laufe von Jahrhunderten und unter den verschiedensten politischen Konstellationen haben diese Völker gelernt, sowohl im Frieden als auch im Konflikt, mit oder ohne Fremdherrschaft miteinander umzugehen. Vermischt und verselbstaendigt haben sich vor allem die Kulturen. So geben Minderheiten ihre Kultur (oft auch die Sprache) zugunsten der doerflichen Mehrheit auf.

Die ethnische Intoleranz in der Nachfolge der Rebellion ist fuer dieses Vielvoelkergemisch untypisch. Zwar hueten und pflegen alle Ethnien ihre Vorurteile gegeneinander, diese sind jedoch gezaehmt und oft Gegenstand scherzhaften oeffentlichen Diskurses (cousinage). Diese multikulturelle Gesellschaft hat eine grosse Tradition der Toleranz.

Gemeinsam haben alle Ethnien des Nordens den Islam als Region. Araber und Tuareg haben ihn vor mehr als tausend Jahren hierher gebracht; spaeter (in radikalerer Form) die islamischen Reiche der Fulbe. In islamisches Gewand huellen sich auch die aelteren, animistischen Traditionen. In dieser Vielvoelker-Gesellschaft kennt jeder seinen angestammten Platz. Mangels geltender und durchsetzbarer staatlicher Rechtsnormen gibt es Traditionen und Institutionen (Marabouts, Griots) der sozialen Schlichtung von Interessenkonflikten, die auf einem gesellschaftlichen Konsens beruhen.
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