Dezentralisierung Wasserversorgung Wirtschaftliche Wiederbelebung Wiederaufbau Handwerk Kleingewerbe Bewaesserungslandwirtschaft programm mali nord expo 2000 dire lere goundam niafunke timbuktu gourma tessakant niger faguibine tele sahara songhoi tuareg bellah bmz echo gtz kfw pam wfp wep unhcr dwhh nothilfe wiederaufbau bewaesserung rebellion konflikt fluechtlinge rocksloh papendieck
maurischer
Brunnen
Viehtraenke
Brunnenbauer
Brunnen in
Léré
Frauen beim
Wasserziehen
In der Trockenzone liegt der Grundwasserspiegel durchschnittlich bei sechzig Meter (in der Naehe des Flusses geht er bis auf 12 Meter zurueck). Schachtbrunnen haben meist einen Durchmesser von 180 cm. Traditionelle Schachtbrunnen (vor allem der Mauren) sind aufgemauert und haben Durchmesser bis zu 240 cm. Die meisten von ihnen finden sich in der Gegend von Lerneb. Sie sind alt und beduerfen staendiger Wartung, sonst bilden sich Aushoehlungen, die den Brunnen schliesslich einstuerzen lassen. Die Brunnen werden stark beansprucht. Ihre Kapazitaet misst sich nach der Anzahl der Gabeln (fourches), an denen die Seile zum Wasserziehen heruntergelassen werden. Die Wasserrechte sind je nach Landstrich und Ethnie unterschiedlich geregelt. Die meisten Brunnen werden von mehreren Gruppen (Fraktionen) oder Volksstaemmen genutzt, die jeweils ein Anrecht auf eine bestimmte Anzahl von Gabeln haben. Die Groesse der Ledereimer (etwa 40 l) und die Wassertiefe (sechzig bis neunzig Meter) begrenzen auf natuerliche Weise die entnehmbare Wassermenge und schuetzen so die umliegenden Weideflaechen vor der Veroedung. Der Zugang der Herden und Tierarten zum Brunnen ist bis ins einzelne geregelt.

Moderne Schachtbrunnen haben ebenfalls einen Durchmesser von 180 cm. Sie werden mit Hilfe von Metallverschalungen in bewehrtem Beton ausgebaut. Diese Technik beherrschen inzwischen die meisten der lokalen Brunnenbauer, die einzigen, die das rauhe Leben im Busch des Nordens auf Dauer aushalten. Die Nutzer der Brunnen hatten im Rahmen des Brunnenbauprogramms die Brunnenbauer zu rekrutieren und ihnen Milch und Fleisch zu liefern. Sie hatten Zement und Baustahl vom naechstgelegenen (mit dem LKW passierbaren) Ort bis zur Baustelle zu transportieren und hatten die Baustelle mit Wasser (in Tierschlaeuchen vom naechsten Brunnen), Sand, Kies und Steinen (aus dem naechsten Steinbruch) zu versorgen. Das hat haeufig die gesamte lokale

Transportkapazitaet (Kamelkarawanen) in Anspruch genommen. Im Rahmen des Programms ECHO IV (1997/98) sind auf diese Weise in 75 Brunnen 3.150 laufende Meter gebaut worden. Bei 24 Brunnen handelte es sich dabei um Neubauten. Die Kosten pro laufendem Meter beliefen sich auf den Gegenwert von rund fuenfhundert DM.
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