Dezentralisierung Wasserversorgung Wirtschaftliche Wiederbelebung Wiederaufbau Handwerk Kleingewerbe Bewaesserungslandwirtschaft programm mali nord expo 2000 dire lere goundam niafunke timbuktu gourma tessakant niger faguibine tele sahara songhoi tuareg bellah bmz echo gtz kfw pam wfp wep unhcr dwhh nothilfe wiederaufbau bewaesserung rebellion konflikt fluechtlinge rocksloh papendieck
Handwerks-
kooperative
Lederver-
arbeitung
Matten-
herstellung
Dreschen von
Hirse
Gartenbau
Die Frauen der Songhoi treiben Gewerbe (z. B. Herstellung von Ziegelsteinen in Goundam oder M'Bouna), Handwerk (z. B. Anfertigung der reich verzierten Matten) oder doerflichen Klein und Strassenhandel; aeusserst aktiv sind sie im Gartenbau oder bei der Aufforstung. Sie sind in vielen Gruppen meist politischer Einfaerbung organisiert. Songhoi-Frauen haben im Projektgebiet den bei weitem hoechsten Bildungsgrad. Unter ihnen finden sich zahlreiche Lehrerinnen und Schulleiterinnen. Diese Frauen dominieren die Gruppen.

Viele Tuaregfrauen haben in den Fluechtlingslagern zum ersten Mal in ihrem Leben eine Ausbildung erhalten, typischerweise in der Herstellung von Seife, im Faerben von Stoffen, Stricken, Haekeln und Naehen oder in Lederarbeit. Aus den Fluechtlingslagern haben sie auch das Prinzip der gemeinsamen (genossenschaftlichen) Arbeit mitgebracht. Tuaregfrauen sind beruehmt fuer ihre Lederarbeiten: Zelte und Kissen, Satteltaschen und Zaumzeug fuer Kamele. Mit ihren Produkten versorgen sie die laendlichen Maerkte. In modernen Berufen arbeiten sie als Hebammen, zuweilen (selten) auch als Krankenschwestern oder als Lehrerinnen.

Die maurischen Frauen neigen (aehnlich wie die Maenner) zum Kleinhandel. Traditionell fertigen sie Kleinmoebel fuer die Ausstattung ihrer Zelte an (Regale, Koerbe, Wiegen usw.), sie sind beruehmt fuer die Teppiche und reich verzierten Matten, die sie aus Binsen oder Hölzern und feinstem Lederband weben. Dieses traditionelle und kunstvolle Handwerk haben die Frauen nach dem Ende der Rebellion wieder aufgenommen. In den Fluechtlingslagern sind sie daneben mit den gleichen Arbeiten vertraut geworden, wie die Tuaregfrauen.

Die Frauen der Fulbe verarbeiten und verkaufen (meist in kleinen malerischen Gruppen mit Kalebassen auf den Koepfen, die ueberall im Projektgebiet das Strassenbild mitpraegen) die Milch ihrer Rinderherden. Sie flechten die grossen mehrfarbigen Matten, aus denen die Hangars der Fulbe bestehen. Fulbefrauen haben nur selten eine Schulbildung genossen.

Die lebhaften Frauen der Bellah produzieren fast alles, was es in der Region von Timbuktu an Waren gibt, vor allem die Körbe, Deckelschuesseln, Faecher und Matten aus den Blaettern der Doum Palme. Sie spinnen die Baumwolle, sie dreschen und woerfeln das Korn und sie zerstossen es in den grossen hoelzernen Moersern. Diese Arbeit (wie das Wasserholen) teilen sie freilich mit den Frauen aller Volksgruppen in Mali. Im Projektgebiet spinnen die Bellah-Frauen daneben die Baumwolle fuer die Anfertigung der maurischen Zelte. Das Weben der Baumwollbaender ist Maennersache.

Das Programm hat fuer alle der genannten Taetigkeiten (und andere) weit mehr als einhundert Frauengruppen finanzielle Starthilfen (verlorene Zuschuesse) gewaehrt, sie durch Ausbildungs- oder Finanzierunsghilfen gefoerdert, um auf diese Weise die Anzahl der Frauen zu erhoehen, die Frauen fachlich zu staerken oder die wirtschaftliche Stellung der Gruppen zu sichern.
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